Vegan kochen für Kinder – geht das überhaupt? Studentinnen gehen der Frage nach

Schnell und lecker kochen für Kinder – und dann auch noch vegan: ein Ding der Unmöglichkeit? Eine Studentinnen-Gruppe der Hochschule Magdeburg-Stendal ging der Frage nach, im Rahmen eines Praxis-Projektes. Das Ergebnis: ein vollwertig-pflanzlicher Tagesplan mit einfachen, schnellen und kreativen Rezepten für Familien. Besonders haben die Studentinnen die Ernährung von Kindern im Alter von 4 bis 7 Jahren berücksichtigt: Die Ernährungsweise in der frühen Kindheit kann das Risiko für Erkrankungen im späteren Leben beeinflussen. Zudem führen Ernährungs- und Essgewohnheiten aus aus dieser Zeit unter Umständen zu einer langfristigen Prägung.  Daher ist es wichtig, mit einer gesunden Ernährung schon im Kindesalter zu starten.

Unsere Autorin Antonia Abwander sammelte bereits als Praktikantin und Werkstudentin der BKK ProVita Erfahrungen in Gesundheitsförderungs-Projekten, die sich der rein pflanzenbasierten Ernährung widmen. In diesem Beitrag berichtet sie, welche neuen Erkenntnisse sie in dem Praxisprojekt sammeln konnte. Am Ende ihres Artikels kommt die Projektleiterin und Ernährungsexpertin Corinna Reupke in einem kurzen Video selbst zu Wort.

Von Antonia Abwander

Endlich raus aus der Theorie, rein in die Praxis!

Unser Projekt startete im zweiten Semester des Masterstudiengangs „Gesundheitsfördernde Organisationsentwicklung“. Schnell einigten wir uns auf die Thematik: Es sollte ein vollwertig-pflanzlicher Tagesplan mit einfachen, schnellen und kreativen Rezepten für die ganze Familie werden. Mithilfe von Social Media wollten wir die Rezepte dann verbreiten. Die besonderen Herausforderungen der Corona-Pandemie spielten bei unserem Projekt eine große Rolle: Viele Menschen waren oder sind immer noch im Homeoffice tätig und somit gezwungen, ihren gesamten Alltag neu zu strukturieren. Familien, die zusätzlich zum Homeoffice noch auf die Kinder aufpassen müssen, leiden meistens unter dieser Doppelbelastung. Sie müssen die Kinder neben der Arbeit „bespaßen“ und bekochen. Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, Rezepte für eben diese Situation zu kreieren, die einfach und schnell nachzukochen sind – und dabei noch vollwertig, rein pflanzenbasiert und idealerweise kinderfreundlich anzurichten.

Der pflanzliche Tagesplan

Den Tagesplan haben wir auf dem Blog und Instagram-Account von Corinna Reupke veröffentlicht.  Corinna ist Expertin für pflanzliche Ernährung. Unsere zweite Kooperationspartnerin, Janett Rothhardt  ist Expertin für Natur- und Umweltpädagogik – und Mutter. Somit hat sie die wichtige Perspektive aus der Praxis mit einbringen können. Insgesamt entwickelten wir drei Rezepte, die – samt Nährstoffen der Hauptzutat -auf den oben genannten Kanälen zu finden sind.

Grünkernbolognese mit lachendem Gesicht aus Gemüse

Diese leckere Grünkernbolognese ist Teil des pflanzlichen Tagesplans.

Das Projekt hatte auch für uns Studentinnen einen echten Mehrwert: Es ermöglichte uns, eine neue Perspektive der veganen Ernährung einzunehmen, nämlich die der Familien und der Kinder. Mit Veganismus waren wir alle bereits mehr oder weniger vertraut, oft aus eigenem privatem Interesse. Neu war für uns, unsere eigenen Erfahrungen auf die Familienwelt zu projizieren. Da Kinder oftmals einen eigenwilligen Geschmack haben, was Essen angeht, haben wir den Tagesplan so kinderfreundlich wie möglich gestaltet. Eine Herausforderung, da eigentlich keine pauschale Aussage über den Geschmackssinn von Kindern möglich ist. Unsere Rezepte sind deshalb so gewählt, dass immer alternative Zutaten verwendet werden können: Beim Frühstück kann man etwa zwischen unterschiedlichen Obstsorten wählen. Zudem möchten wir dazu einladen, die Kinder schon früh ins Kochen und Vorbereiten mit einzubeziehen: Sie können, je nach Alter, beim Schneiden oder Dekorieren der Zutaten helfen und so eine andere Beziehung zum Essen aufbauen.

Insgesamt war es für uns sehr interessant, uns mit der veganen Ernährung in Familien auseinanderzusetzen. Corinna hat uns gezeigt, dass eine vegane Ernährung bei Kindern möglich ist. Und unser wichtigstes Ziel haben wir hoffentlich auch erreicht: Familien für die vegane Ernährung zu sensibilisieren. Nun hoffen wir nur noch, dass sie auch viel Spaß beim Nachkochen der Rezepte haben werden!

Zu den Rezepten

Enährungsexpertin Corinna Reupke im Interview

Corinna von „Präventiv unterwegs“ stand im Praxiprojekt den sechs Studentinnen mit Rat und Tat zur Seite. In unserem Interview verrät sie, wie sie zu einer veganen Ernährung in der Famlie steht und erzählt uns ihren persönlichen Weg zur pflanzlichen Ernährung. Gleich anschauen!

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Tipp: Du bist auf der Suche nach weiteren veganen Rezepten?

Das Cover der neuen Broschüre

Unsere neue Broschüre „Kinderleicht und superlecker“ enthält viele leckere Rezepte für Kinder. Du kannst sie jetzt kostenfrei unter marketing@bkk-provita.de anfordern. (Nur solange der Vorrat reicht!)

Auch in unserer Veggie des Monats-Reihe hier auf dem Blog findest du jeden Monat ein neues Rezept, basierend auf einem saisonalen Gemüse oder Obst.

Fotos: Copyright Catharina Stuckmann

Literaturnachweis:

Hercegfi, C. 2019): Vegane Ernährung bei Kindern. MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG
Stuttgart.

Krug, S.; Finger, J. D.; Lange, C.; Richter, A.; Mensink, G. (2018): Sport- und Ernährungsverhalten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends. Robert Koch-Institut: Berlin.

Menisk, G.; Haftenberger, M.; Brettschneider, A.-K.; Lage Barbosa, C.; Perlitz, H.; Patelakis, E.; Heide, K.; Frank, M.; Lehmann, F.; Krause, L.; Houben, R.; Butschalowsky, H.; Richter, A.; Kamtsiuris, P. (2017): EsKiMo Studie II – die Ernährungsstudie als Modul in KiGGS Welle 2. Robert Koch-Institut: Berlin.

SKO­POS GmbH & Co. KG (2019). Online Verfügbar unter: https://www.skopos-group.de/news/13-millionen-deutsche-leben-vegan.html (aufgerufen am 12.07.2020).