So wird die Küche zum Vorzeige-Objekt für mehr Nachhaltigkeit

Von Barbara Lang

Verpackungsmüll, Kunststoffe und Weichmacher in der Küche? Müssen nicht sein! Plastikvermeidung ist ein heißer Trend, der auch noch richtig Spaß macht. Wer schnell viel erreichen will, beginnt mit der „Plastik-Diät“ in drei Schritten, vom Abwaschtuch bis zum Vorratsglas.

1. Unverpacktes abfüllen und an der Frischetheke einkaufen!

Verpackungsfrei an Frischetheken und auf dem Bauernmarkt einkaufen, reduziert den Plastikmüll enorm. Doch das heißt, planvoll einkaufen und die Umverpackung selbst mitbringen, z. B. waschbare Gemüsenetze und Baumwollsäckchen für loses Obst und Grünzeug sowie eigene Frischhaltedosen, in die fertige Salate, Aufstriche etc. abgefüllt werden können. Und nicht vergessen, wiederverwendbare Vorratsgläser mitzubringen für Nudeln, Müsli, Reis & Co., die in Bio- und Unverpackt-Läden aus dem Spender rieseln. Natürlich sollten auch Getränke aus Mehrweg(-glas-)flaschen kommen oder aus dem Wasserhahn.

Wie wäre es mit einem Getränkesprudler mit Glasflaschen? Für einen abfallfreien Transport nutzen wir Mehrwegtasche, Korb und Rucksack oder ersetzen gleich das Auto durch einen stabilen Großraum-Trolley mit Luftreifen und gehen zu Fuß.

Tipp: Manche Modelle lassen sich ans Fahrrad anhängen!

2. Statt Kunststoff mit Weichmachern: Wiederverwendbare Spültücher, Schneidebretter & Co. nachhaltig ersetzen

Wer sich mal mit „geschultem“ Auge in seiner Küche umsieht, entdeckt plötzlich in allen Ecken Plastik. Ungesunde Weichmacher werden fast allen spröden Kunststoffen zugesetzt, um sie biegsam zu machen – von der Verpackung über den Plastiktrinkbecher bis zum Putzeimer.

Hier eine Liste von umweltfreundlichen Alternativen: Spülschwämme und Spültücher gibt es aus kompostierbaren Materialien wie Jute, Hanf, Luffa, Zellulose und Baumwolle. Bürsten aller Art schrubben mit Holzgriffen und Pflanzenborsten wie Fibre, Bassine, Arenga, Kokos oder Reisstroh (Achtung, nicht jede Holzbürste ist automatisch mit Naturborsten besetzt – unbedingt auf die Materialangabe achten!). Und der Putzeimer kann aus Edelstahl oder Bio-Kunststoff aus Zuckerrohr und Bambusfaser sein.

Auch Gummihandschuhe aus Naturkautschuk, festes Spülmittel am Stück, also ohne Flasche, und vegane Wachstücher mit Pflanzenwachs anstatt Frischhaltefolie gibt es. Koch- und Essgeschirr aus Holz, Bambus, Edelstahl, Emaille, Porzellan und Steinzeug ersetzen Plastik nach und nach in den Schränken. Innovative Materialien wie Becher aus Baumsaft oder Boxen aus Weizenstroh revolutionieren die Küche und die müllanfällige To-go-Kultur. Strohhalme aus Kunststoff mit Weichmachern müssen schon längst nicht mehr sein, Alternativen sind in großer Auswahl aus Bambus, Glas oder Graspapier erhältlich. Aus einer langen, hohlen Nudel wie Bucatini zu trinken, finden Kinder aber auch sehr lustig. Und dass Schneidebretter aus Holz mindestens so gut sind wie solche aus Kunststoff, obendrein fast bruchsicher, haben Jahrhunderte Küchenerfahrung bewiesen.

„Strohhalme aus Kunststoff mit Weichmachern müssen schon längst nicht mehr sein, Alternativen sind in großer Auswahl aus Bambus, Glas oder Graspapier erhältlich.“

3. Geräte für die plastikfreie Küche

Ein Thema für den Weitblick sind die Küchengeräte: Wer sich ein neues anschaffen muss oder will, sollte auf möglichst viel Edelstahl und Glas achten. Ganz ohne Plastik geht es selten, da ist bei den Herstellern noch viel Luft nach oben: Einen guten Smoothie-Maker mit Glaskaraffe (gar integriert in eine Küchenmaschine) oder einen plastikarmen Wasserkocher zu finden, ist nicht einfach. Recherchezeit einrechnen!

Auch Kaffeeliebhaber haben viele Optionen – die schlechteste sind Kaffeeautomaten, die massenhaft Plastik-Alu-Kapseln verbrauchen. Hier bietet der Markt längst umweltfreundlichere Alternativen.

Darüber hinaus lohnt die Frage: Muss denn alles elektrisch ablaufen? Kaffeefilter aus Porzellan mit waschbaren Filtertüten aus Leinen verführen wieder zum guten alten Handgebrühten. Mit Saftpressen aus Edelstahl, Glas oder Holz hat man den Dreh raus. Sogar Uromis mechanischer Handquirl erlebt wieder ein Revival und fasziniert durch seine Zahnradtechnik. Das sind allesamt beste Stromsparer für die plastikfreie Küche!

Mehr zum Thema: Plastik ist für Kinder ungefährlich? Von wegen!

Die Kolumne von Bloggerin Lisa Albrecht (ichlebegruen.de) in unserem Magazin fürs Leben

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